Geschichte des Schweißens:

Als ältestes Verfahren der thermischen Verbindungstechnik gilt das Löten, welches bereits um 3000 v.Chr. bekannt war. Dies belegen Funde von Schmuckgegenständen aus sumerischen Königsgräbern. Da zunächst nur Gold, Silber und Kupfer verarbeitet wurden, handelt es sich nach heutigem Verständnis um Verbindungen durch Hartlötungen. Die örtlich begrenzte Wärmeeinbringung wurde nachweislich um 1500 v.Chr. in Ägypten betrieben, und ist wahrscheinlich wesentlich älter. Das Weichlöten sollen die Griechen bereits um 2000 v.Chr. gekannt haben, und um 300 v.Chr. wurde im gesamten Mittelmeerraum das Weichlöten mit dem Lötkolben angewandt. Bereits seit der Verwendung schmiedbaren Eisens ist auch das Verbindungsschweißen als Feuerschweißen, eine Form des Pressschweißens bekannt und an vielen Fundstücken, wie Waffen, Geräten und Kunstgegenständen über mehr als 3000 Jahre nachzuweisen. In der Literatur werden Personen genannt, die um 692 v.Chr. mit dem Schweißen von Eisen vertraut gewesen sein sollen. Es wird als sicher angenommen, dass das Schweißen von Eisen auch sehr früh um 1400 v.Chr. in Kleinasien ausgeübt wurde. Besonders aus dem Mittelalter gibt es zahlreiche Beispiele für hervorragende handwerkliche Leistungen auf dem Gebiet des Feuerschweißens wie sie bei Waffen, Rüstungen und Kettenhemden zu finden waren. Auch das Wort "Schweißen" wird von dieser Technik hergeleitet: Die Werkstücke wurden an der Oberfläche im Schmiedefeuer zum "Schwitzen" gebracht und die Werkstücke gingen dadurch eine Verbindung ein. Lange Zeit war das Feuerschweißen der einzige Schweißprozess, bis zum Zeitpunkt der Anwendung von Sauerstoff mit Brenngasen eine derart energiereiche Flamme erzeugt werden konnte, dass eine Schmelzschweißung ohne Anwendung von Druck möglich wurde. Heute wird das alte Feuerschweißen nur noch äußerst selten -meißt beim Kunstschmieden - angewendet. Das Gasschmelzschweißen - früher häufig Autogenschweißen genannt ("autogen" - Zusammensetzung aus griech.: "auto-" = selbst und lat.: "genere" = erzeugen.) wurde erstmals 1840 mit einer Wasserstoff-Luft-Flamme ausgeführt. 1889 wird der Druckminderer von Dräger patentiert. Die eigentliche Entwicklung der im heutigen Sinne des Verfahrens bekannten Technik begann erst mit der großtechnischen Erzeugung des Calciumcarbids im Jahre 1892 und damit der Großentwicklung von Acytelen im Jahre 1897. Nachdem Linde 1898 die Gewinnung von Sauerstoff aus der Luft verwirklichte, konnte die Verbrennungsluft durch reinen Sauerstoff ersetzt und die Flammentemperatur und damit die Leistungsfähigkeit der Flamme erheblich gesteigert werden. Im Jahre 1900 wurde der erste Gleichdruckbrenner für Wasserstoff konstruiert und 1901 der Injektorbrenner von Dräger für Acetylen patentiert. Ab 1901 bis 1905 erfolgte die Entwicklung des Brennschneidens, das bis heute zum Vorbereiten der Werkstücke für das Schweißen unentbehrlich ist. Bis 1914 überwog das Gasschmelzschweißen, mit Beginn der 20er Jahre gewann das Lichtbogen- und das Widerstandsschweißen zunehmend an Bedeutung und verdrängten nach 1945 das Gasschmelzschweißen kontinuierlich. Das Schweißen von Nichteisenmetallen, vor allem der Leichtmetalle, wurde durch die Schutzgasschweißprozesse übernommen. Die Lichtbogenschmelz -schweißverfahren benötigten eine deutlich längere Entwicklungszeit. 1792 sind erste "Schweißversuche" in der Literatur festgehalten, aber erst durch die Erzeugung des elektrischen Stroms im großem Umfang zum Ende des 19. Jahrhunderts war die Möglichkeit gegeben elektrische Schweißprozesse zu entwickeln.

1885 wurde der Kohlelichtbogen durch den Russen Benardos zum Aufschmelzen von Metallen und Legierungen benutzt, dabei wurde fehlender Werkstoff durch stromlosen Zusatzdraht ergänzt. 1889 meldet Zerener ein Verfahren zum Patent an, bei dem der Lichtbogen zwischen zwei Kohleelektroden brennt. 1890 erfolgte die Patentanmeldung des Russen Slavianoff, er benutzte den Zusatzdraht selbst als Lichtbogenträger und vereinigte somit Elektrode und Zusatzdraht. Ein parallel durchgeführtes umfangreiches, schweißtechnisches Versuchsprogramm schuf dann die Grundlagen zum elektrischen Lichtbogenschweißen. Es dauerte jedoch noch Jahrzehnte, bis das Lichtbogenschweißen entscheidend die Gestaltung der Ingenieurbauten beeinflusste. Als wesentlichen Meilenstein bei der Verbesserung des Verfahrens gilt die Einführung von umhüllten Stabelektroden durch Kjellberg im Jahre 1907 und Strohmeyer 1912. Im Jahr 1931 folgt die Entwicklung von Seelenelektroden als Vorgänger der heutigen Fülldrahtelektroden, die damals noch zum Lichtbogenhandschweißen verwendet wurden. 1931 wurden die ersten Stabelektroden mit rutilhaltigen und ungefähr 1940 kalkbasische Umhüllungen eingeführt. Die Elektroden wurden größtenteils getaucht und nicht wie heute um den Kernstab gepresst, die Umhüllungsdicke war bis dahin technisch bedingt begrenzt. Mit der Entwicklung leicht zu verschweißenden umhüllter Stabelektroden war es möglich einfache und damit preiswerte Stromquellen d.h. Schweißtransformatoren zu verwenden und dadurch die Verbreitung des Lichtbogenhandschweißens auch in kleinen Handwerksbetrieben positiv gefördert wurde. Die Einführung weiterer Verfahren, WIG und MAG, stellen die konsequente Weiterentwicklung der um die Jahrhundertwende entdeckten Verfahren unter Betriebswirtschaftlichen und qualitativen Gesichtspunkten dar. Die Ergebnisse der Forschungen auf dem Gebiet der Werkstoffkunde vergrößerten die Zahl der verfügbaren Zusatzwerkstoffe, Schutzgase und weiteren Hilfsstoffe beträchtlich, wodurch die Anwendbarkeit des Schweißens und die Qualität der Schweißnähte gesteigert werden konnte.






Tabellarische Auflistung der Schweißgeschichte:

Um 4000 v.Chr
. Sumerien: geschweißte Teile (Gold mit Gold),
Um 2700 v.Chr. Hartlöten in Ägypten und Mesopotamien
Um 2700 v.Chr. Ägypten: Anwendung der Feuerschweißung beim Bau einer kupfernen Hauptwasserleitung und bei der Herstellung von Schmuck und Verzierungen aus Gold
Um 700 v.Chr. Delhi: Die Kutub- Säule, ein aus Gusseisen verschweißter, 16m langer Obelisk. 
79 v.Chr. Pompeji: Feuergeschweißte Rohrleitungen
Um 50 Feuergeschweißter Anker der Prunkbarke des römische Tiberius.
Um 1500 Leonardo da Vinci: Feuerschweißen von Rohren und Stäben
Um 1500 Herstellung von Geschützrohren aus vielen aneinandergeschweißten Eisenteilen. 
Um 1650  Elektrisiermaschine Guericke
1672 Elektrischer Funke G.W. Leibniz
1766 Kondensatorentladung verschweißt Flintkugeln J.K. Wilcke
1782 Der Göttinger Physiker Christoph Lichtenberg verschweißt eher zufällig zwei Metallteile (Uhrfeder und Messerklinge ? ) mit Hilfe von Elektrizität, die er durch Reibung erzeugt. Da jedoch noch geeignete Stromquellen fehlen, kann seine Entdeckung nicht industriell eingesetzt werden.
1800 
Voltaische Säule liefert kontinuierlich elektrischen Strom.
1802
Petrow untersucht in Petersburg den Lichtbogen
1815 H. Davy stellt die Ablenkung des Lichtbogens durch Magnete wird fest.
1820  H.Ch.Oerstedt Entdeckt den Elektromagnetismus.
1825  Rohre längsnahtgeschweißt mittels Stumpfpressschweißen durch C.Whithouse
1831 Elektromagentische Induktion  M. Faraday
1849 Staite erhält in England ein Patent für das Metallschweißen mit dem Lichtbogen, sein Verfahren wird jedoch nie angewendet.
1877 E. Thomson erfindet das elektrische Widerstandsschweißen
1881 Knaudt und Blass entwickeln die Wassergasschweißung
1881- 1887Der Russe Nikolai Nikolaijewitsch Bernados gilt als Erfinder des Lichtbogenschweißens. Von 1855 an entwickelt er ein Verfahren, um Metallteile mit Hilfe des elektrischen Lichtbogens, den er zwischen Werkstück und einer Kohleelektrode erzeugt, zu verschweißen. Die Vorführung in Paris erfolgte 1881, die Patentanmeldung im Jahre 1885 ). Am 13.01.1887 erhält er sein erstes deutsches Patent. Sein Verfahren wird früh im Stahlbau angewendet und ersetzt bald die Nietverbindungen.
1889 Der deutsche Ingenieur Zerener entwickelt eine andere Methode. Er bildet den Lichtbogen zwischen zwei Kohleelektroden und lenkt ihn mit Hilfe von starken Magneten gegen die Schweißstelle. So ergeben sich Vorteile bei der Führung der Wärmequelle. Das Verfahren kann sich aber leider nicht durchsetzten.
1890 Die am weitesten verbreitete Technik des Lichtbogenschweißens entwickelt der russische Ingenieur Nikolai Gawrilowitsch Slawjanow.
Er verzichtet auf eine zusätzliche Elektrode und erzeugt den Lichtbogen zwischen dem Werkstück und einer Metallelektrode, die gleichzeitig als Zusatzwerkstoff dient. Dieses Verfahren wird bereits Ende des 19. Jahrhunderts in einigen größeren Firmen eingesetzt.
1895 Goldschmidt entwickelt das Thermitschweißen
1946 Eine Weiterentwicklung des Kohle-Lichtbogenschweißverfahrens, das Wolfram-Inertgas-Schweißen (WIG) wird in den USA erfunden und unter dem Firmennamen Argonarc-Schweißen eingeführt. Heute wird dieses Verfahren Industriell teil- oder vollautomatisiert und im Handschweißverfahren eingesetzt.
1948-1950 MIG Das sog. S.I.G.M.A.-Verfahren (shielded inert gas metal arc), heute MIG-Schweißen genannt, wurde in den USA zum ersten Mal angewendet. Als Schutzgas wird zunächst Reinargon oder ein Gemisch aus Argon und wenig Sauerstoff verwendet. Diese Technik ist heute teil- oder vollautomatisiert und wurde in den 50er Jahren in Deutschland eingeführt.
1951 Das Plasmaschweißen, das jüngste eigenständige Schutzgasschweißverfahren, wird entwickelt. Der Begriff des thermischen Plasma wurde allerdings schon 1928 vom Physiker Langmuir eingeführt
1951 Entwicklung des Elektroschlackeschweißens am Patoninstitut
1953 Einführung des Schutzgasschweißens (MIG/WIG) in der Industrie
1953 In Rußland wird zum ersten Mal Kohlendioxid beim industriellen Einsatz des Schutzgasschweißens mit abschmelzender Elektrode angewandt. Diese Variante wird MAGC-Schweißen genannt und kann als Beginn des heutigen MAG-Schweißens angesehen werden. Von Anfang der 60er Jahre an werden jedoch vermehrt argonreiche Mischgase statt Kohlendioxid als Schutzgas eingesetzt.
1956Das Reibschweißen wird in der UdSSR und in den USA entwickelt
1957 Das Ultraschallschweißen wird entwickelt.
1957 Erste Elektronenschweißanlagen in der Industrie
1960 Vorstellung eines Schweißroboters in Halle/Saale
1961 Das Laserschweißen wird entwickelt.
1969 Erste Schweißversuche im Weltraum
1970-1980 Die Impulsvarianten der Lichtbogenschweißverfahren entstehen.
1980 Erster Einsatz von Schweißrobotern in der Industrie
1990 In den letzten Jahren kamen neue Hochleistungsvarianten des MAG-Schweißens auf, wie z.B. das T.I.M.E.- oder "Rapid Melt"-Verfahren. Das in den 70er Jahren entwickelte "High Deposition Welding" war ein Vorläufer dieser Techniken
2003
Lichtbogenschweißen wird auch in der Zahntechnik verwendet.