Amalgam

Amalgam ist ein bewährtes, preiswertes, plastisches Zahnfüllungsmaterial für den Bereich der durch Kaudruckbelasteten Seitenzähne. Es eignet sich für die Versorgung von Defekten fast jeder Größe. Amalgam besteht zu 50% aus reinem Quecksilber und zu
50% aus metallischem Pulver, vielfach aus Silber, Kupfer und Zinn.

Die Vorteile:
- hohe mechanische Belastbarkeit,
- leichte Verarbeitbarkeit,
- guter Randschluss und
- lange Lebensdauer.

Die Lebensdauer wird von der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde im Durchschnitt mit 7-8 Jahren angegeben, bei sehr gut ausgeführten Füllungen können aber auch längere Zeiten erreicht werden.

Die Diskussionen über mögliche Nebenwirkungen des Quecksilbers als Inhaltsstoff von Amalgamfüllungen führten bei vielen besorgten Patienten und Zahnärzten zu starker Verunsicherung gegenüber dieser Füllungstechnik und dem verwendeten Materialien.
Quecksilber wird zwar täglich aus Nahrung und Atemluft aufgenommen, aber eine zusätzliche Quecksilberfreisetzung aus Amalgamfüllungen ist unumstritten und führt zur Aufnahme und Anreicherung im Organismus, insbesondere in der Niere, da Schwermetalle nicht ausgeschieden werden.
Die Quecksilberfreisetzung erhöht sich insbesondere bei Entfernung alter Füllungen beim Legen neuer und kurzfristig. Vorsichtsmaßnahmen wie konsequentes Absaugen können diese Belastung zwar reduzieren, aber nicht aufheben. Der tägliche Umgang ist für Verwender( Behandler und Helferinnen) kritischer als für den Patienten. Ob jedoch Gesundheitsschädigungen durch Quecksilber aus Amalgamfüllungen verursacht werden, konnte bislang wissenschaftlich nicht nachgewiesen werden.
Aus Gründen des vorbeugenden Gesundheitsschutzes gab das Bundesinstitut für Arzneimittel- und Medizinprodukte für diese Technik die Empfehlung heraus die Zahl der Amalgamfüllungen für den einzelnen Patienten so gering wie möglich zu halten.

Für die Verarbeitung von Amalgam gelten folgende Einschränkungen bzw. Empfehlungen:

• Keine Amalgamfüllungen bei Kindern unter 6 Jahren ( Siehe Alternativmaterialien) !
• Keine Amalgamfüllungen bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen !
• Keine Amalgamfüllungen bei Patienten mit nachgewiesener Allergie gegen die Inhaltsstoffe !
• Keine neuen Amalgamfüllungen bei schwangeren oder stillenden Patientinnen !
• Keine Amalgamfüllungen in direktem Kontakt zu anderen im Mund vorhandenen Metallen !

Sollten Sie zu dem obengenannten Personenkreis gehören sind die Alternativlösungen für Sie natürlich besonders interessant.

Trotz langjähriger und intensiver Forschungsarbeit seitens der Industrie konnte bis jetzt leider noch kein gleichwertiger Ersatz für Amalgam gefunden werden.

Auswahl des Materials

Die Auswahl des Materials hängt neben den Kosten von verschiedenen Faktoren wie
Defektgröße, Lage des Defektes, Kaubelastung, medizinischen Einschränkungen(Allergie, usw.) und der Mundhygiene des zu versorgenden Patienten ab.

Goldgußfüllungen

Goldgussfüllungen sind Einlagefüllungen (Inlays) aus hochgoldhaltigen Legierungen und gelten als sehr langlebige Seitenzahnversorgung. Das Material (Legierungen aus Gold, Silber, Platin, Kupfer, Palladium) hält den hohen Kaubelastungen im Seitenzahnbereich stand. Die Haltbarkeit beträgt im Schnitt 10-15 Jahre, aber auch wesentlich längere Tragezeiten sind nicht selten. Goldgussfüllungen sind auch bei größeren Defekten im Bereich der Seitenzähne möglich.

Nachteile: Es sind mindestens zwei Sitzungen für die Versorgung eines oder mehrerer Zähne notwendig, das Material ist nicht zahnfarben, die Kosten von werden von
gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen.
Die Sparmöglichkeit für Sie : Siehe unsere Preisliste für Zahnersatz !

Keramikinlays

Im Prinzip sind Keramikinlays mit Goldgussfüllungen vergleichbar, jedoch bestehen Keramikinlays aus zahnfarbenem keramischem Material und eignen sich für kleine bis mittelgroße Defekte, die gut von Zahnschmelz umgeben sein müssen.
Das Material (Dentalkeramik) gilt als überaus verträglich und besteht im Wesentlichen aus Siliziumdioxid, Leucit und anderen Beimengungen. Keramikinlays können sowohl in der
zahnärztlichen Praxis als auch im zahntechnischen Labor hergestellt werden. Sie werden mit sog. Composit-Materialien eingeklebt.
Die Langzeiterfahrungen sind bisher zwar positiv, reichen jedoch nicht länger als ca. 10 Jahre zurück.

Nachteile:
Da das Material sehr hart ist, kann eine verstärkte Abnutzung des Gegenzahnes
möglich sein.
Die Kosten liegen manchmal über denen für Goldgussfüllungen und werden ausschließlich
von privaten, jedoch nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.
Ihre Sparmöglichkeit finden Sie in unserer Preisliste für Zahnersatz

Compositinlays

Compositinlays werden aus Hybridcompositmaterialien, einer Kombination von keramischen Füllkörpern und Kunstoffen, im zahntechnischen Labor hergestellt.
Das Einsetzen erfolgt mit Composit. Auch bei Compositinlays sollten die Zahndefekte klein bis mittelgroß und von Zahnschmelz umgeben sein.
Die Haltbarkeit ist erfolgversprechend, aber auch hier reichen die klinischen Erfahrungen nicht länger als ca. 10 Jahre zurück.
Die Kosten liegen etwas niedriger als bei den Goldgussfüllungen, da der Anteil des zahntechnischen Labors geringer ausfällt.
Die Kosten für Compositinlays werden von gesetzlichen Krankenkassen ebenfalls nicht übernommen.

Compositfüllungen

Compositfüllungen eignen sich lediglich für die Versorgung kleiner Defekte, die wiederum gut von Zahnschmelz umgeben sein müssen. Die durchschnittliche Haltbarkeit einer Compositfüllung wird mit bis zu 6 Jahren angegeben. Die modernen Hybridcompositen bestehen zu etwa 70% aus Siliziumdioxid und 30 % aus Kunststoff (Dimethacrylaten). Die Aushärtung (Polymerisation) erfolgt im Munde des Patienten mit ultraviolettem Licht. Durch die Schrumpfung bei der Polymerisation besteht die Tendenz zur Bildung von Randspalten zwischen Füllungsmaterial und Zahn.
Es ist daher wichtig, dass die Füllungsgröße möglichst klein ist, da geringe Kompositmengen weniger schrumpfen als große. Aus diesem Grunde muss der Zahnarzt Composit in mehreren kleinen Portionen in den Defekt einbringen und separat polymerisieren (Schichttechnik, Dentinadhäsiv-Technik), was sehr zeitaufwändig ist.

Die Kosten für diese anspruchsvolle Technik werden von den gesetzlichen Krankenkassen nur zum Teil durch die Kostenübernahme in Höhe einer Amalgamfüllung (ca.17-35 Euro !)
abgedeckt.
Die Kosten für den Mehraufwand einer Compositfüllung werden dem Patienten
privat in Rechnung gestellt werden (ca.50 - 130 Euro). Über das Restrisiko allgemeiner und
lokaler Nebenwirkungen bei zahnärztlichen Composit-Materialien im Vergleich zu Amalgam gibt es zur Zeit keine gesicherten Hinweise.


Glasionomerzemente, lichthärtende Glasionomerzemen

Diese plastischen Füllungsmaterialien zeigen eine gute Haftung an der Zahnhartsubstanz und sind in der Lage, FluoridIonen abzugeben, die eine kariesverhindernde Wirkung besitzen. Neben Silikatgläsern und Säure enthalten sie Ionen wie Aluminium und Strontium. Den lichthärtenden Glasionomerzementen sind Compositanteile zugesetzt. Diese Werkstoffe sind aufgrund ihrer Bruchanfälligkeit und Oberflächenabnutzung für den Seitenzahnbereich nicht zu empfehlen, sie eignen sich allenfalls für Langzeitprovisorien bis zu einem Jahr Liegedauer. Ihr Einsatz sollte auf Milchzähne und nicht kaubelastete Defekte beschränkt bleiben. Die Kosten sind in Höhe derer für
Amalgamfüllungen und werden von gesetzlichen Krankenkassen übernommen.